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Was wollen alle Figuren wirklich?
Nicht Nähe.
Nicht Verständnis.
Nicht Liebe.
Sie wollen Bestätigung.
Bestätigung dafür, dass ihre Geschichte real ist.
Dass sie stattfindet.
Dass sie zählt.
Die Geschichte von mir.
Die Geschichte von der Welt.
Die Geschichte von dem, was passiert ist und was noch passieren muss.
Ohne diese Bestätigung beginnt die Geschichte zu zerfallen.
Und mit ihr die Figur.
Darum wird gesprochen.
Darum wird argumentiert.
Darum wird erklärt, verteidigt, korrigiert.
Nicht um zu kommunizieren,
sondern um die Erzählung am Leben zu halten.
Wenn keine Zustimmung kommt,
wird Druck erzeugt.
Wenn kein Zuhörer bleibt,
wird lauter gesprochen.
Nicht, weil etwas gesagt werden muss,
sondern weil etwas nicht verschwinden darf.
Die Figur braucht den anderen,
damit sie selbst existieren kann.
Ohne Spiegel kein Gesicht.
Ohne Bestätigung keine Geschichte.
Hier wird nichts bestätigt.
Nicht abgelehnt.
Nicht korrigiert.
Die Geschichte wird nicht berührt.
Und ohne Berührung,
verliert sie ihre Spannung.
Was übrig bleibt,
ist wieder nur Text.